Testverfahren

Die Labortests auf Kreuzimmunität

Die Kreuzimmunität wird auch Teilimmunität und Grundimmunität genannt. Der Labortest auf Kreuzimmunität ist kein PCR-Test, kein Antigen-Test, auch kein Antikörper-Test und auch keine Labor-Viruskultivierung, sondern ein vor einigen Monaten neu entwickelter Test, der in Speziallaboren durchgeführt wird. Dieser Test ermittelt das Vorhandensein von spezifischen Gedächtniszellen (kreuzreaktiven T-Zellen), die auch das Virus SARS-CoV-2 erkennen. Es gibt zwei Testvarianten: den Lymphozyten-Transformations-Test (LTT) und den ElisSPOT-Test.

 

Die verschiedenen Testverfahren (ohne IgA, IgG und IgM Antikörper) im zeitlichen Vergleich.

Abgrenzung zu anderen Testverfahren

Der Test auf Kreuzimmunität wird oft mit dem Antikörper-Test verwechselt, ist aber wesentlich aussagekräftiger: denn asymptomatische oder schwach symptomatische Erkrankungen mit SARS-CoV-2 führen oft nicht zu einer Immunantwort mit Antikörpern, da der Körper die Infektion bereits frühzeitig und ’nur’ mittels der T-Zellen  bekämpft (hat).

Ebenso ist es möglich, dass Antikörper gebildet wurden, die Infektion aber noch relativ mild war, und sich die Antikörper schon wieder zurückgebildet haben. In allen diesen Fällen ist ein Antikörpertest negativ, obwohl eine Infektion vorliegt/vorlag.

 

Im Gegensatz dazu kann der PCR-Test, der auf das Vorhandensein von Genabschnitten des Virus testet, nicht zwischen aktiven und inaktiven Viren oder dem Vorliegen von lediglich Virus-’Resten’ unterscheiden, das Ergebnis ist im Zweifelsfall zu oft positiv (gestrichelte Linie im Diagramm). 

 

Der Antigentest ist nur bei hoher Virenlast zuverlässig. Diese Einschränkungen hat der Test auf Kreuzimmunität nicht. Obwohl als Testziel die Kreuzreaktivität zu anderen Viren untersucht wird, wird sowohl eine bereits durchgemachte, wie auch eine akute Infektion mit SARS-CoV-2 als Nebenergebnis des Tests ebenfalls erkannt.  

 

Gesucht wird in dem Test nach bestehender Immunität gegen SarS-CoV-2 aufgrund von Kontakt des Immunsystem

  • die weit verbeiteten sogenannten „humanen Corona-Erkältungsviren (HCoV)“, 

  • Herpesviren (Zytomegalieviren)

  • Beta-Coronaviren aus dem Tierreich und

  • (eher theoretisch) SARS(-CoV-1) und MERS. 

 

Diese Viren haben mehrere Ähnlichkeiten in ihren Sturkturen mit SARS-CoV-2. Kennt das Immunsystem einen oder mehrere dieser Viren, erkennt es auch SARS-CoV-2, sprich Corona, als „Artgenossen“ dieser Viren, und bekämpft, trotz der ‚Neuartigkeit’ des Virus, die Infektion. 

 

Diese Fähigkeit verdankt das Immunsystem seinem Gedächtnis. Das „Gedächtnis des Immunsystems“ funktioniert sehr ähnlich mit dem menschlichen Gedächtnis, einschließlich Vergessen und Auffrischen. (Und eine Impfung ist in dem Bild ein Intensivkurs in einem neuen Lernfach.) 

Besonders häufig kommt ein Immungedächtnis gegen die HCoVs, die humanen Coronaviren, vor. 
Etwa 90% der Menschheit haben eine Immunität gegen mindestens drei der vier HCoVs, die für etwa 20% aller Erkältungen verantwortlich sind.

 

Die „humanen Corona-Erkältungs-Viren“ (HCoVs) sind: 

 

  • OC43, welcher seit einiger Zeit als Ursache der Russischen Grippe um 1890 vermutet wird
  • 229E, erstmals nachgewiesen 1965 in den USA
  • HKU1, mal als Erreger der Hong Kong Grippe 1967 genannt, mal erst 2005 in Hong Kong entdeckt
  • NL63, entdeckt in den Niederlanden

Es sind derzeit zwei verschiedene Labor-Testverfahren auf Kreuzimmunität verfügbar. Der Lymphozyten-Transformations-Test und der ELISpot-Test:

Diese Labortests wurden von einigen Speziallaboren in Forschungsinstituten und Universitätskliniken im Laufe des Jahres 2020 entwickelt bzw. angepasst. Beide ermitteln auf unterschiedlichen Wegen das Vorhandensein von kreuzreaktiven T-Zellen, die das Virus SARS-CoV-2 erkennen:

Es sind derzeit zwei verschiedene Labor-Testverfahren auf Kreuzimmunität verfügbar. Der Lymphozyten-Transformations-Test und der ELISpot-Test:

Diese Labortests wurden von einigen Speziallaboren in Forschungsinstituten und Universitätskliniken im Laufe des Jahres 2020 entwickelt bzw. angepasst. Beide ermitteln auf unterschiedlichen Wegen das Vorhandensein von kreuzreaktiven T-Zellen, die das Virus SARS-CoV-2 erkennen:

Der ELISpot-Test

Hier wird die Ausschüttung bzw. Freisetzung von Botenstoffen gemessen. Dieser Zellkulturtest basiert auf der Freisetzung von Botenstoffen des Immunsystems (Zytokine) durch Einzelzellen nach Stimulation von Lymphozyten mit Virusfragmenten (Peptide). 

Dieser Test kann zwei verschiedene Zytokine nachweisen: das Interferon-γ (IFN-γ) und das Interleukin-2 (IL-2). Während die Produktion von IFN-γ charakteristisch für (ggfs. noch aktive) Killer-T-Zellen ist, wird IL-2 vorrangig von aktivierten Gedächtnis-T-Zellen abgesondert.

Über unsere Webseite können Sie zwei unterschiedliche Arten des ELISpot-Tests anfordern.

SARS-CoV-2 iSpot (2 Antigene)

Auf dem ‘EliSpot-Assay’ (Enzyme-linked Immuno-Spot Assay) basierender Test. Unser ‘Goldstandard’. Untersucht die T-Zellen des Immunsystems und kann diagnostizieren:

  • akute oder vorangegangene Infektionen durch SARS-CoV-2-spezifische T-Zellantworten
    und damit erworbene Immunität

  • bestehende Kreuzimmunität durch PAN-Corona-spezifische T-Zellantworten, d.h. Kreuzreaktivität

  • aufgrund von Auseinandersetzung mit anderen humanen Erkältungs-Coronaviren (HCoVs)

  • Impferfolg bei zuvor erfolgter Impfung


SARS-CoV-2 iSpot (SARS-Mix)

Auf dem ‘EliSpot-Assay’ (Enzyme-linked Immuno-Spot Assay) basierender Test.
Unser ‘Silberstandard’. Untersucht die T-Zellen des Immunsystems und kann diagnostizieren:

  • akute oder vorangegangene Infektionen durch SARS-CoV-2-spezifische T-Zellantworten
    und damit erworbene Immunität

  • Impferfolg bei zuvor erfolgter Impfung

Der Lymphozyten-Transformations-Test

Hier wird die Vermehrung von SARS-CoV-2-spezifischen Gedächtnis-T-Zellen gemessen. Der Lymphozyten-Transformations-Test ist eine Labormethode zum Nachweis der zellulären Sensibilisierung gegen SARS-CoV-2. Der Test misst Vorhandensein und Ausmaß einer Zellteilung (=Vermehrung) von Lymphozyten nach Kontakt mit SARS-CoV-2. Eine positive Reaktion im LTT beweist die Existenz spezifischen Gedächtniszellen. 

Die Ergebnisse beider Testverfahren sind anders als bei den oben beschriebenen Tests bei keinem der möglichen Ergebnisse (nicht/ kreuzimmun, nicht/mit SARS-CoV-2 infiziert/gewesen) meldepflichtig.

Weiterführende Lektüre zu dem Thema: 

  • ’SARS-CoV-2-Diagnostik: kritischer Rückblick und Update für die Grippesaison’ vom Labor Biovis Diagnostik MVZ GmbH